Shopsoftware – Shopware, mein unangefochtener Favorit

In den letzten 3 Jahren habe ich mich des Öfteren mit verschiedenen Shopsystem müssen bzw. dürfen. Dabei ging es teilweise darum, sich in bestehende Systeme einzuarbeiten, teilweise aber auch darum, die richtige Basis für einen neuen Onlineshop zu finden. Immer wieder standen die üblichen verdächtigen im Mittelpunkt: Magento, xt-Commerce, Oxid eSales und Shopware. Vereinzelt aber auch eher unbekannte wie Prestashop und die WordPress-Erweiterung WooCommerce. Was mein persönlicher Favorit ist, möchte ich in diesem Beitrag erklären.

Mein Shopsystem Favorit

Kommen die Altbekannten überhaupt in die Auswahl?

Wer sich schon etwas mit dem Thema Shopsystem auseinandergesetzt hat, kommt an zwei Namen nicht vorbei: xt-Commerce und Magento. So war es anfangs natürlich auch bei mir. Interessanterweise habe ich mich schon damals recht schnell gegen die gefühlten Urgesteine des Online-Shoppings entschieden. Der Mix hat mir einfach nicht gefallen. Die Basisausstattung, das technische Grundgerüst und zu guter letzt auch die Kosten, welche für das einrichten eines Shops anfallen. Der größte Knackpunkt war aber wohl tatsächlich das nicht mehr zeitgemäße Grundgerüst.

Oxid eSales und Prestashop – sieht schonmal gut aus

Leider lasse ich mich immer sehr von Optik verleiten. Die Macher von Prestashop haben diesbezüglich einfach ein gutes Gefühl – zumindest für meinen Geschmack. Ich tendiere oft dazu mir einen Überblick, egal zu welchem Thema, über die Google Bildersuche zu verschaffen und so gefiel mir auf Anhieb das Backend von Prestashop. Die Ausstattung gefiel ebenso. Leider war es vor 2 Jahren noch so, dass die Rechtssicherheit in Deutschland alles andere als Gewährleistet war. Da ich der Meinung bin, ein Shopsystem sollte rechtliche Grundlagen erfüllen – ohne, dass man Änderungen vornehmen muss – musste ich mich auch hier schnell modernen Design wegbewegen. Schade. Ich denke in nächster Zeit gebe ich Prestashop nochmal eine Chance, da sich hier mittlerweile Einiges getan haben dürfte.

Das Backend als Schaltzentrale muss einfach passen

Bei Oxid war es anders rum. Ich fand die Oberfläche des Standard-Templates sehr ansprechend. Ich bekam das Shopsystem von einem Freund empfohlen, dieser war echt begeistert – also hopp – installiert. Leider kam ich mich dem Backend überhaupt nicht klar, zumindest nicht intuitiv. Somit war auch hier, trotz der modernen Optik im Frontend, ein Killerkriterium gefunden. Immerhin sollte Oxid von Grund auf auf alle gesetzlichen Vorschriften erfüllen, da es aus Freiburg stammt.

Finale: WordPress WooCommerce oder Shopware

Mit Shopware und WooCommerce habe ich quasi zeitgleich beschäftigt. Beide Shopsysteme habe ihre Vorteile – nur eben in unterschiedlichen Anwendungsgebieten. Ist man wordpress-versiert und hat nur ein geringes Budget, so kann man mit WooCommerce recht schnell einen hübschen kleinen und funktionellen Shop auf die Beine stellen. Viele Erweiterungen gibt es gratis oder für schmales Geld. Die wichtigste Investition die mag als Normal-User wagen sollte, ist das German Market Plugin, damit der Shop rechtssicher ist. Die Rechtssicherheit wird sogar mit einer anwaltlichen Unterstützung, sollte es zu einer Abmahnung wegen des Plugins kommen, unterstützt. Wer sich in die php- und css-Dateien traut, kann die Rechtssicherheit aber auch selbst umsetzen, Anleitung findet man einige.

Im Grunde fallen mir zwei wesentliche Nachteile ein: Ein Shop auf wordpress-Basis ist nicht für Shops mit vielen Artikel ausgelegt. Dafür ist wordpress einfach nicht geschaffen und entsprechend nicht performant genug. Ein weiterer Nachteil ist die Handhabung mit Varianten. Diese lassen sich einfach nicht richtig darstellen, verlinken oder was auch immer. An irgendwas ist es selbst mit Plugins immer gescheitert – zum Beispiel, dass der Kunde eine Farbe auswählt, im Warenkorb aber wieder die als Standard deklarierte Farbe angezeigt wird – ein totales Nogo mit einem vorprogrammierten Warenkorbabbruch.

Das richtige Shopsystem

Last but not least: Shopware!

Man kann es vermuten, mein persönlicher Favorit ist Shopware. In meinem Fall Shopware 4. Ein sauberes Standard-Template, eine einfach und übersichtliche Verwaltung und ein perfomantes Shopsystem, welches zwar hier und da Schwächen hat, welche man aber mit Hilfe einer tollen Community schnell in den Griff bekommt. Shopware gibt es als Community Edition und als Premium Edition. Die letzte unterschiedet sich darin, dass in dieser Edition einige Plugin vorinstalliiert ist und man Telefonsupport seitens Shopware erhält. Ob man dies braucht, ist jedem selbst überlassen, schließlich bemühen sich sogar die Shopware-Mitarbeiter im Forum Fragen zu beantworten.

Man erhält sehr viele Erweiterungen, auch hier teils kostenlos, teils kostenpflichtig. Premiumplugins, wie zB eine komplette Bonus-System-Erweiterung können dabei schonmal richtig ins Geld gehen, sind aber sauber programmiert und lohnen sich, sofern der Shopbetreiber sein Vorhaben gut durchdacht hat. Aber auch sonst ist vieles durchdacht und quasi von einem Laien zu bedienen. Beim Gestalten der Einkaufswelt wird sogar der Web-Legastheniker zum kreativen Nerd.

Produkte anlegen, mit Variatione und Staffelpreisen zu versehen ist ebenso einfach wie eine Katogieseite zu gestalten. Zudem ist das „Warenwirschaftssystem“ für den Normalanwender vollkommen ausreichen und ebenfalls einfach zu bedienen.

Auch Shopware hat Schwächen

Gab es anfangs noch nicht durchdachte Funktionen, zB müsste man die URL-Strukur erst entsprechend anpassen, damit diese sprechend und somit SEO-tauglich sind, wurden diese schnell in folgenden Versionen verbessert. Das größte Manko war bisher wahrscheinlich das Standard-Template. Dieses war nicht responsive, was aus SEO-Sicht und natürlich auch aus Usability ein absolutes NoGo ist. Warum das Problem nicht schon mit Shopware 4 ausgeheblt wurde, ist mir schleierhaft. Es gibt zwar entsprechende Plugins, welches das „Emotion“ Template, wie sich das Standard-Design nennt, responsive machen, aber leider funktioniert das auch nicht perfekt. Eine beliebte Lösung war hier das schicke Responsive Template von Conexco – immerhin hübsch, modern clean und für 99€ bezahlbar. Ein weiteres Problem ist, dass URls bei einer Änderungen nicht automatisch umgeleitet wurden.

Und dann kommt Shopware 5 und haut alle um

Just in der Zeit, in welcher ich an diesem Artikel gesessen habe, wurde Shopware 5 präsentiert – ich bin begeistert. Das Theme wurde überarbeitet – es ist nicht nur responsive, sondern beinhaltet auch zB ein Mega-Menü, was man sich vorher durch ein Plugin erkaufen musste. Ein weiteret Pluspunkt, welcher zeigt, dass Shopware bemüht ist die Beste Software am Markt zu sein, ist, dass man die frei gestaltbaren Einkaufswelten nun an jedes Device anpassen kann – repsonsives Design konsequent umgesetzt!

Auch an der Performance, der Datei-Größe und und der Pagespeed-Freundlichekeit wurde gearbeitet und alles nach Google Richtlinien integriert. Für die Suchmaschine und somit auch für den Händler hoffentlich ein echter Leckerbissen. Die Neuerungen übersichtlich aufgearbeitet hat PixupMedia, eine Demo, bereitgestellt von AIXPRO, findet man hier.

Wie man erkennen kann, war mein Weg, das richtige Shopsystem zu finden gar nicht so steinig, da ich relativ schnell für ich wichtige Punkte gefunden habe. Es ist zwar möglich, dass mir Dinge entgangen sind, weil ich zB viel zu oberflächlich getestet habe – aber bis jetzt bereue ich keine Wahl. Und nach der Vorstellung von Shopware 5 schwinden Bedenken quasi gänzlich.

 

Bildausschnitt Titelbild: © olly – Fotolia.com

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