Die Macht über Links – übertreibt es Google?

Am Wochenende gab es nicht nur die Meldung, dass neben eFamous  auch eine bekannte deutsche Agentur „verfeuert“ wurde, sondern für viele Webmaster auch eine Nachricht bzw. auch gern mehrere Nachrichten im Postfach des Webmastertools. Doch, im Gegensatz zur Erwartung Vieler, nicht um eine manuelle Maßnahme (im Volksmund Google Penalty genannt) durch zu viele  schlechte eingehende Links zu verkünden, sondern durch zu viele ausgehende Links.

Mad Cuts

Ausgehende Links – Abstrafung immer gerechtfertigt?

Es mag eine Menge Seiten geben, bei denen diese Maßnahme vollkommen gerechtfertigt ist. Diese SEO Linkschleudern kennen wir schließlich alle und es gibt gute Gründe, warum jeder halbwegs gute/aktive SEO schon seit längerer Zeit einen großen Bogen um Links von solchen Seiten macht. Doch sind mir ein paar Seiten bekannt, bei welchen ich eine solche Maßnahme wirklich keineswegs nachvollziehen kann. So sind unter den bekannten Beispielen zwei sehr Prägende. Die eine Seite ist ein One-Page-Projekt mit Affiliate-Links. Auf der Seite gibt es ganze drei Links. Zwei davon (die Affiliate Links) sind, wie es die Google Richtlinien vorschreiben, mit dem schönen Attribut rel=“nofollow“ versehen, der weitere, dritte Link zu einem bekannten Impressums-Generator. Ohne Attribut.

Man kann jetzt natürlich meinen, dass „dieser Link als nofollow Link gekennzeichnet“ werden müsse, klar. Aber ein zweifelhafter AUSGEHENDER Link und schon gibt es eine Abstrafung?

Wie viele Links sind zu viel?

Bei der zweiten Seite verhält es sich ähnlich. Es sind zwar ein paar mehr ausgehende Links, jedoch bereits alle auf nofollow, auch der im Impressum. Die Seite hat extrem viel und hochwertigen Content, bestehend aus Bildern, Tabellen, Videos, Überschriften, etc. Alles sehr informativ und bestens aufbereitet. Und, wie bereits erwähnt, keinen Nofollow-Link. Und dennoch gab es eine Maßnahme, wegen zu vieler schlechten ausgehenden Links.

Mir ist klar, dass diese Seiten durch einen Algorithmus „kontrolliert“ wurden. Die ein oder andere Seite kann also durchaus mal dabei sei, die zu Unrecht in Googles Visier genommen wurde. Jeder „echte“ Quality Rater wird dies auch sofort erkennen. Dass aber von acht Seiten zwei überhaupt nicht ins Raster passen und bei den übrigen Sechs auch weitere Seiten dabei waren, bei welchen es so gut wie keine ausgehenden Links mehr gab, die Wenigen sogar thematisch passend waren, lasse ich nun mal außen vor.

Mad Cuts the net

Macht Google das Internet „kaputt“?

Was ich damit aber sagen möchte ist, dass ich der Meinung bin, Google sollte seine Macht nicht zu sehr ausnutzen. Denn so, wie es aktuell läuft, wird das Internet von einem kreativen Freiraum zum Raum für Spezialisten, die wissen, was Google aktuell mal wieder so alles möchte. Es gibt genügend Webmaster, für welche Google einfach eine Suchmaschine ist, die sich freuen, wenn Sie gefunden werden. Webmaster, die Links zu Seiten setzen, weil Sie diese toll finden, die keine Ahnung haben von Ankertexten oder Nofollow-Links. Werden diese Blogger oder Webmaster somit nicht systematisch aus dem Index und damit mehr oder weniger aus dem sichtbaren Internet verbannt?

Schon beim Akkord-Linkabbau vor einiger Zeit wurde eine bearbeitete Seite immer wieder abgelehnt, auf welcher fast nur noch eingehende Links mit Brand-Ankertext zu finden waren. Andere Links wiederum waren eindeutig durch echte Empfehlungen. Dennoch mussten diese ausgebaut werden, wir wussten zum Schluss selbst nicht mehr, was uns denn bei den übrigen (echten) Links noch passieren kann. Wohin soll das denn noch führen? Google selber möchte die Ergebnisse der Suchmaschine durch Empfehlungen, doch genau durch das Handeln der letzten Wochen macht sich Google selbst dieses Vorhaben kaputt. Der Strike Back den SEO’s gegenüber ist ja schön und gut*, aber doch bitte nicht auf Kosten der Grundidee der eigenen Suchmaschine.

Nun aber genug philosophiert, gefaselt und auch ein wenig gejammert.

*nein, es nervt 😉

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