Vom Onlineshop zur Anlaufstelle für Informationen: Nach SEO nun SUO?

Bekanntlich neigen viele Menschen am Jahresende dazu, die vergangenen 365 Tage noch einmal Revue passieren zu lassen, aus einem anderen Blickwinkel noch einmal zu durchleben um dann daraus Schlüsse zu ziehen. Ich gehöre ebenfalls zu jener Gruppe. Wenn ich über das Jahr 2013 nachdenke, kommt mir aus der Sicht eines Online-Marketers immer nur ein Begriff in den Sinn: CONTENT

Google Nutzer Optimierung

Bild: dpa

Ist SEO noch die richtige Bezeichnung?

Nicht nur im Jahr 2013, sondern auch in den nächsten Jahren wird der Inhalt einer Webseite, bezogen auf Qualität und Relevanz, immer wichtiger werden. Wichtiger denn je sogar. Googles Hummingbird hat dieser Vermutung bestärkt, in dem es ein Update ist, welches die Intention des Suchenden herausfinden und die darauf passende Antwort geben möchte. Wie kann man sich Suchmaschinenoptimierung also in Zukunft vorstellen? Genau diese Frage hat mich die letzten Tage beschäftigt und genau an diesen, teils wirren, Gedanken, möchte ich euch teilhaben lassen.

Für wen wird optimiert?

Man sollte sich die Frage stellen, für wen in der Zukunft optimiert wird. Ist es tatsächlich noch für Google oder ist es für den Nutzer, den Suchenden? Klar, offiziell wird auch jetzt schon für den Nutzer optimiert, damit er unseren wertvollen Text leicht findet. Woher aber wissen wir, dass genau unser Text wertvoll für den Suchenden ist? Es ist also doch kompletter Eigennutz. Und genau diesen Eigennutz möchte Google mit Updates wie Hummingbird unterbinden. Der Suchende soll im Vordergrund stehen, nicht der Optimierende, welche oft eine Kommerzielle Absicht hat.

Als mir diese Gedanken bewusst wurden, kam ich zu einer Überlegung: In Zukunft muss für den Nutzer optimiert werden, damit Google uns liebt. Eventuell muss ein Umdenken stattfinden, welches über die ganze „Content ist King“ Bewegung hinaus geht. SEO ist zwar nicht tot, da eine anständige Onpage-Optimierung nach wie vor unerlässlich ist, der Trend sollte nun aber zu etwas neuem gehen, was ich mal vorsichtig SUO taufe: SUO – Searching User Optimization!

Was bedeutet SUO?

Searching User Optimization, also grob übersetzt die Optimierung für den Suchenden, ist darauf ausgelegt den Suchenden optimal bei dem Finden der Antwort auf seine Suchintention zu unterstützen. Dies geschieht beispielsweise durch eine Optimierung von Suchergebnissen auf der eigenen Seite, eine klar deutliche Struktur und natürlich, nach wie vor, eine gewissen Tiefe im Inhalt des Textes. Das Ziel sollte also nicht mehr unbedingt der Verkauf eines Produktes sein, sondern eine Anlaufstelle zur Informationssuche. Nutzer, welche nur eine Information suchen, werden von Texten, welche zu sehr auf den Verkauf gelenkt sind, abgeschreckt sein, da der Hintergedanke, dass ihm nur etwas verkauft werden möchte, immer mit spielt. Was auch daran liegt, dass die leichtgläubige Generation der Digital Immigrants, grob gesagt, ausstirbt. Digital Natives, also jene, welche mit dem Web groß werden, wissen, was ein Shop beabsichtigt, wenn er Informationen liefert.

Viele Onlineshops bieten schon jetzt ein Magazin, ein Blog oder ähnliches, was in erster Linie als Traffic-Quelle dienen soll. Auch dort ist zwar schon die „Content ist King“ Bewegung angekommen, jedoch auch wieder nur aus Eigennutz: Dem Traffic, der den Suchenden am besten zum Kunden macht – Was er vielleicht gar nicht möchte.

Passiver handeln für höhere Konversion

Viele werden nun denken: „Spinnt der? Wir wollen doch Geld verdienen!“ Ja, ich auch. Aber nicht, indem ich potenzielle spätere Kunden dadurch vergraule, dass die schon bei der Informationssuche mit ungewünschten Kaufreizen übersät werden. Andersrum gesehen, erinnert sich ein Nutzer viel besser daran, wo er die wertvollsten Informationen bekommen hat ohne quasi mit Preisen und „Jetzt Kaufen“-Buttons bombardiert zu werden und hat somit ein gewisses Vorvertrauen – wenn er kauft, kauft er dort.

SUO beschreibt also ein eher passives, inhaltsbasiertes Vorgehen. Ein übrigens netter Nebeneffekt ist, dass der entsprechende hochwertige, nicht auf den Kauf ausgelegten Inhalt auch zu Backlinks führen kann – in dem Fall gilt natürlich die Regel, dass guter Content zu natürlichen Backlinks führt. Vielleicht.

Wahrscheinlich ist mein Gedanke noch nicht vollständig und noch lange nicht zu Ende gedacht, aber allemal wert, darüber zu diskutieren. In diesem Sinne, ein frohes 2014.

Loading Facebook Comments ...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.